Mittwoch, 2. Dezember 2020

Charles Dickens: Weihnachtsmärchen und Erzählungen


Lesen mit Mira

 Der 1. Advent ist nun schon vorbei; Mira und ich haben uns für die Adventswochenenden vorgenommen, Dickens zu lesen. Mira kennt ihn ja schon lange, während ich erst die Weihnachtsgeschichte gelesen und die Verfilmung dazu gesehen habe.

Mit dem Raritätenladen und der Geschichte aus zwei Städten habe ich es schon mal versucht, bin aber gescheitert. Da ich aber einige Bücher von ihm habe, möchte ich natürlich nicht aufgeben. Mira hat mir den Tipp gegeben, mal mit "Oliver Twist" zu beginnen. Das werde ich dann im kommenden Jahr in Angriff nehmen.

Nun aber erst mal Weihnachtliches. Meine zwei Bücher sind vom Verlag Arthur Moewig GmbH, Rastatt, von 1985, schon in der 16. Auflage. 

"Ein Weihnachtslied in Prosa" war das erste Märchen, das wir gelesen haben und das wir ja schon kennen. Was wir das nächste Mal lesen, entscheiden wir kurzfristig.

Ich werde nichts weiter zu den Büchern schreiben, notiere hier nur noch die einzelnen Geschichten, die wir gelesen habe. Aber ich werde schauen, ob ich eine Kurzbiografie über Charles Dickens schreiben werde.

Hier hat Mirella ihre Bücher vorgestellt.

- Ein Weihnachtslied in Prosa

Deborah Crombie: Das verlorene Gedicht


 Victoria McClellan, die Exfrau von Superintendent Duncan Kindcaid schreibt eine Biografie über die Lyrikerin Lydia Brooke. Sie glaubt nicht an den Selbstmord der Dichterin und bittet Kincaid, ihren Exmann, zu recherchieren. Er tut ihr den Gefallen und stellt ein paar Fragen. Aber er ist nicht zuständig in diesem Bereich und ihm sind irgendwie die Hände gebunden.

Bis seine Exfrau ermordet wird. Da gibt es für ihn kein Halten mehr. Und Gemma James versucht, ihm so gut wie möglich zu helfen.

Dieser Krimi gehört zur Serie um die beiden Ermittler Duncan Kincaid und Gemma Jones, die ein privates Verhältnis haben. Ich kenne jetzt erst zwei Bücher aus dieser Reihe und merke, dass das persönliche Verhältnis mehr im Mittelpunkt steht und sich die Fälle anscheinend dazwischenschieben. Ich erfahre jedenfalls viel über das Privatleben der beiden Ermittler. Man liest diese Reihe wohl besser der Reihe nach,

"Das verlorene Gedicht" hat mir sehr gut gefallen, besonders weil es hier auch um Literatur geht, um das Erstellen einer Biografie. Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht oder Gedichtausschnitt von dem Dichter Rupert Brooke, der hier öfter erwähnt wird. Und obwohl Gedichte ja nicht so mein Ding sind, machen diese mich neugierig.

Gedichte sind es dann auch, die die Ermittler auf die richtige Fährte bringen.

Freitag, 27. November 2020

Margaret Skjelbred: Die Perlenkönigin


 Der 25. November gilt seit vielen Jahren als Aktionstag gegen die Gewalt an Frauen. 

Signhild sitzt am Sterbebett ihres Großvaters und erinnert sich daran, wie er sie, als sie noch klein war und noch nicht zur Schule ging, ganz langsam und fürsorglich dahin bringt, ihr schlimmes Erlebnis, dass sie tief im Gedächtnis vergraben hat, und das nur in ihren Träumen mal hervorlugt, zu verarbeiten.

Dieses Buch ist ein Schatz; nicht unbedingt wegen der Geschichte. Was Signhild erleben musste und noch vor ihrer Geburt ihre Mutter Liv, ist einfach nur traurig und macht mich wütend. Aber Margaret Skjelbreds Sprache ist so schön, wie ich sie noch nie gelesen habe. 


Mehr als 140.000 Menschen sind im Jahr 2018 nachweisbar Opfer von häuslicher Gewalt

geworden. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor.

- Statistisch betrachtet dauert es also nicht einmal vier Minuten, bis in Deutschland ein

Mensch neues Opfer von Gewalt in den eigenen vier Wänden wird.

- Das Dunkelfeld ist aber riesig: Nur ein kleiner Teil der Gewalttaten in den privaten vier

Wänden wird angezeigt.

- Dabei ist von einer Dunkelziffer von mindestens 80 Prozent auszugehen.

- Häusliche Gewalt ist demnach in jeder einzelnen Minute des Tages Realität in Deutschland.

- Häusliche Gewalt trifft vor allem Frauen: Fast 82 Prozent der Opfer sind weiblich.

- Knapp 18 Prozent der Gewaltopfer sind Männer.

- Männer suchen sich nach häuslicher Gewalt noch seltener Hilfe als Frauen.

Quelle: WEISSER RING

Leider sind die Hilfsangebote für Frauen, die häusliche Gewalt erleiden müssen, immer noch nicht ausreichend. Die Forderung an die Politik muss daher lauten: Mehr Frauenhäuser, mehr ausgebildete Fachkräfte, die sich um die Frauen und meistens auch Kinder kümmern können. Und viel mehr Angebote für Männer, die willens sind, sich ihrem Problem zu stellen.

Sonntag, 22. November 2020

Raffaella Romagnolo: Dieses ganze Leben

Lesen mit Mira 

Gleich auf den ersten Seiten erfahren wir von Paolas Problem: Sie hält sich für einfach zu dick und überlegt, wie es dazu kam. Bevor ihr Bruder Richi, der im Rollstuhl sitzt, geboren wurde, war sie auf Fotos ein kleines süßes Mädchen. Die nächsten Fotos von ihr gab es erst wieder zum Schulbeginn - kaum noch wiederzuerkennen.

"Kam das ganz plötzlich? Bin ich als süße Göre eingeschlafen und als Kotzbrocken aufgewacht...?" - S. 18/19

Ich bin auf Mirellas Rezension gespannt. Sie hat schon mehrere Bücher gelesen, die in Italien spielen, und sie hat sich bisher immer geärgert, was für ein Bild uns über dieses Land und seine Menschen gegeben wird.

Von daher war ich gespannt, wie es in diesem Buch ist. Zumindest kommt die Protagonistin ja schon mal aus einem reichen Elternhaus. Ihr Mitschüler Antonio kommt zwar aus einer Gegend mit Sozialwohnungen, doch er besucht das Gymnasium und hat einen schlauen Bruder, der Schach spielt.

Paola versucht sich anzupassen. Sie verschickt Textnachrichten, ist auf Facebook und versucht sich zu kleiden wie die anderen.

"Das alles fällt mir nicht leicht, seit erwiesen ist, dass die anderen herzlose Ungeheuer sind. Es war auch schon vorher schwer, im Grunde habe ich es schon immer gewusst. Aber was ist die Alternative? Allein sein? Mit niemandem reden?" - S. 48

Antonio bringt ihre Gedanken durcheinander. Mag er sie? Trifft er sie und Richi unterwegs wirklich nur aus Zufall? Doch wie sollte er Interesse an ihr haben - an einer Dicken mit Pferdegesicht?

Eines Tages kommen Männer und räumen die Wohnung aus - nehmen Papiere und Computer einfach mit. Paolas Mutter hat Geheimnisse. Ihr einziges Geheimnis ist, dass sie mit Richi fast jeden Tag bei Antonio und dessen Bruder Filippo ist. Die beiden Jungs spielen Schach. Antonios Mutter will Paolas Mutter kennenlernen, doch Paola will das verhindern, da sie überzeugt ist, dass sie dann nicht mehr dorthin darf. Doch Richi ist anderer Meinung. Als die Mutter dazukommt, reißt bei Paola erstmals der Geduldsfaden: 

"Aber klar doch ... Paola muss ein großes Mädchen sein, sie muss ,verantwortlich' sein, weiß Paola denn nicht, was für Probleme Richi hat, wie sehr Richi sich anstrengen muss? Paola sollte sich besser ganz still in eine Ecke verziehen und aufhören, uns auf den Sack zu gehen."
"Sei nicht so vulgär."
"Hast du ein Problem?"
"Was ist nur mit dir los?"
"Das würde ich dir sofort sagen. Wenn es dich bloß interessieren täte. Wenn du mich anschaust, siehst du doch nur, welche Kleidergröße ich trage. Du misst meine Taille, meinen Schenkelumfang, und das war's. Für manche Sachen hast du ein scharfes Auge, das halbe Kilo mehr errätst du aus hundert Meter Entfernung."
- S. 105

Diese Auseinandersetzung mit der Mutter ist ein erster Höhepunkt in dieser Geschichte. Und ich dachte, sie nimmt hier Fahrt auf. Da wurde ich enttäuscht. Insgesamt hat das Buch eine total negative Grundstimmung. Antonio ist die einzig positive Figur in der Geschichte. 

Bis kurz vor Schluss wusste ich auch nicht, wohin die Autorin wollte. Es werden einige Themen abgedeckt: Schönheitswahn, Menschen mit Behinderung, Jugendliebe, Familie, Rassismus (wenn Richi als behindertes Kind keine Chance hat, eine der beiden Privatschulen in der Gegend zu besuchen). Sollte es eine Familiengeschichte sein? Dazu blieben die Familienmitglieder zu blass. Anfangs könnte man meinen, es geht mehr um Paola und ihre Gewichtsprobleme, aber auch das verlor sich wieder. Noch dazu sprang sie mit ihren Gedanken hin und her. Ich meine, ich habe selbst beim Lesen schon manchmal Probleme, meine Gedanken in der Geschichte zu lassen. Wenn aber auch die Hauptfigur so sprunghaft ist, fällt mir das Lesen noch schwerer.

Ich hatte Mira gefragt, ob sie auch das Gefühl hat, als rede Paola wie eine Erwachsene. An einigen Stellen dachte ich, so spricht doch kein Kind. Durch unser Gespräch wurde mir dann aber bewusst: Sie musste früh erwachsen werden. Sie ist ja diejenige, die jeden Tag mit Richi zusammen war, die sich kümmerte, mit ihm unterwegs war. 

Ganz zum Schluss erfährt man dann, um was es der Autorin wirklich geht. Aber das war mir einfach zu schnell abgehakt. Sie hatte einige gute Themen angesprochen, die auch absolut aktuell sind, es aber versäumt, sie besser herauszuarbeiten.

Ich bedanke mich beim Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hier könnt ihr die Buchbesprechung von Mirella lesen.

Montag, 16. November 2020

Michael Ondaatje: Der englische Patient

 


Eine wunderschöne, unglaublich traurige Geschichte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bleibt die Krankenschwester Hana mit dem sogenannten englischen Patienten in einer toskanischen Villa zurück. Einige Zeit später treffen noch der Dieb Caravaggio, der mit Hanas Vater befreundet war, und der Bombenentschärfer Kip in der Villa ein.

Das Buch hat fünf Erzählstränge. Die Rückblenden der vier Hauptfiguren und das Geschehen in der Villa.

Hana hat für sich entschieden, dem Krieg den Rücken zu kehren und ist nicht mit dem Lazarett weitergezogen. Sie meint, der englische Patient ist nicht transportfähig, so blieb sie mit ihm zurück. Sie pflegt ihn aufopferungsvoll und er beginnt, ihr seine Geschichte zu erzählen.

Vor vielen Jahren habe ich den Film gesehen und danach erfahren, dass es ein Buch gibt. Durch die vielen Sprünge (für die Ondaatje bekannt sein soll) von einem zum anderen Rückblick ist es ein wenig schwer zu lesen.


Sonntag, 15. November 2020

Louisa May Alcott

* 29.11.1832 in Germantown, Pennsylvania

† 06.03.1888 in Roxbury, Massachusetts

Die US-amerikanische Schriftstellerin wurde für ihre Jugendbuch-Tetralogie Little Women, die auf Kindheitserlebnissen mit ihren Schwestern beruht, weltweit berühmt.

„Die Kraft, Schönheit in den einfachsten Dingen zu finden, macht das Zuhause glücklich und das Leben liebenswert.“

Louisas Mutter Abigail May Alcott kämpfte für die Abschaffung der Sklaverei, ihr Vater Amos Bronson Alcott war bekennender Transzendentalist. Die Familie, Louisa hatte zwei Schwestern, zog nach Boston,  wo der Vater mithalf, die experimentelle Temple School zu gründen und mit Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau dem Transcendental Club beitrat.

Louisa wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf; der Vater konnte nicht mit Geld umgehen und das Schulmodell wurde ein Misserfolg. Mit dem Erbe der Mutter und durch Unterstützung des Freundes der Familie, Waldo Emerson, konnte sich die Familie ein Haus in Concord kaufen.
Die Schwestern wurden zu Hause unterrichtet, durften in Emersons Bibliothek stöbern, erkundeten mit Thoreau die Natur und Umgebung.

Louisas Leidenschaft fürs Schreiben begann schon früh, sie schrieb melodramatische Theaterstücke, die sie mit den Schwestern für Freunde aufführte. Ihr selbst lagen die Banditen, Räuber und Bösewichte.

Sie wollte aus den ärmlichen Familienverhältnissen hinaus und schwor sich, später reich zu werden. Sie nahm jede Stelle an, die sie kriegen konnte und arbeitete unter anderem als Näherin, Lehrerin und Haushälterin. In A Story of Experience (1873) konnte sie diese Erfahrungen verarbeiten. 
Auch die Schriftstellerei fand ihren Ursprung auf dem Willen, die Familie zu unterstützen. Sie fing mit Kurzgeschichten und Gedichten in Magazinen an, bis sie dann 1854 ihr erstes Buch Flower Fabels veröffentlichte. In diesem Buch finden sich Märchen für Emersons Tochter Ellen.

1856 - Louises Schwester Elizabeth (Vorbild für die Figur der Beth in Little Women) starb an Scharlach, ihre Schwester Anna heiratete. Louisa schrieb wenig später für The Atlantic Monthly, nahm 1862 als Lazaretthelferin am amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Nordstaaten teil, wo sie sich mit Typhus ansteckte. An den Folgen der Behandlung mit Quecksilber hatte sie bis zum Lebensende zu leiden. 1863 veröffentlichte sie ihr Werk Hospital Sketches, die Grundlage dafür waren ihre Briefe aus dieser Zeit, mit dem sie erstmals einem breiteren Publikum bekannt wurde.
Unter dem Pseudonym A. M Barnard folgten Schauer- und Gruselromane - auch diese Seite findet sich in Jo aus Little Women wieder.

Später folgte sie dem Weg ihrer Mutter und sympathisierte mit der Sufragettenbewegung. Sie kämpfte für Frauenrechte und das Frauenwahlrecht und engagierte sich für die Abschaffung der Sklaverei. Von dieser Bewegung ist auch ihr Erfolgsroman Vier Schwestern (1868/69) beeinflusst. 

Mit ihren Kinderbüchern, in denen sie sich um moralisch-pädagogische Integrität und literarisches Niveau bemühte, wurde sie berühmt. Da wären zum Beispiel: Ein Mädchen aus der guten alten Schule (1870) oder Kleines Volk (1871). Ihre Bücher schafften es auch nach Europa.

Ihr Gesundheitszustand verschlimmerte sich durch die Quecksilbervergiftung stetig, doch sie hörte nie auf zu schreiben. Kurz nach dem Tod ihres Vaters starb sie selbst am 6. März 1888 an einem Schlaganfall. Sie wurde nur 55 Jahre alt.

Auch der Film hat sich den Werken von Louisa May Alcott angenommen.
Eine frühe, britische Verfilmung aus dem Jahre 1917 gilt als verschollen. Die erste US-Kinoverfilmung, mit Katharine Hepburn und Joan Bennett, entstand 1933 unter der Regie von George Cukor (dt. als Vier Schwestern). Es folgte 1949 eine Version mit Elizabeth Taylor und Janet Leigh unter der Regie von Mervyn LeRoy (dt. als Kleine tapfere Jo). Eine zweiteilige US-Fernsehversion wurde 1978 produziert. Im Jahr 1994 verfilmte Gillian Armstrong das Buch mit Winona Ryder (dt. als Betty und ihre Schwestern). 2019 erschien eine weitere Filmadaptation durch Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh und Eliza Scanlen.

In Japan entstanden mehrere Zeichentrickserien auf der Basis von Little Women; zum ersten Mal 1977 noch als eine Folge in der Serie Manga Sekai Mukashibanashi unter dem japanischen Titel der Romanreihe Wakakusa Monogatari (若草物語, dt. „Geschichten von jungem Gras“) und 1980 die erste vollständige Serie unter dem gleichen Titel. 1981 folgte mit Wakakusa no Yon Shimai (若草の四姉妹, dt. „die vier Schwestern des jungen Grases“) eine weitere. Die auch international bekannteste entstand als Teil der Literaturverfilmungen des World Masterpiece Theaters (WMT) 1987 mit Ai no Wakakusa Monogatari, das in Deutschland unter dem Titel Eine fröhliche Familie ausgestrahlt wurde. Auch die Romanfortsetzung Little Men wurde 1993 als WMT-Serie Wakakusa Monogatari: Nan to Jo-sensei, in Deutschland: Missis Jo und ihre fröhliche Familie, umgesetzt.

„Ich mag gute, starke Worte, die etwas bedeuten …“

Montag, 9. November 2020

Michelle Marly: Die Diva

 Maria Callas - ehrlich gesagt wusste ich bisher nichts über sie als dass sie "die" Opernsängerin schlechthin war und eine Affäre mit Onassis hatte.

Ich wusste nichts über ihre schreckliche Kindheit (ihre Mutter gab der Tochter keine Liebe und beutete sie nur aus) noch über ihre unglückliche Ehe. Der Ehemann Giovanni Battista Meneghini verwaltete ihr Geld und arrangierte ihre Aufträge. Seine Ausbeutung bestand darin, dass er Maria keine Pause gönnte, die sie um der Gesundheit willen aber unbedingt mal nötig hatte. Er schloss einen Vertrag nach dem anderen für sie ab. Bis sie eines Tages, als sie auf Urlaub bestand, von ihm erfuhr, dass kein Geld mehr da war. Sie traute ihm nicht mehr, Liebe war bei den beiden wohl eh kein Thema.

Als sie Aristoteles Onassis kennenlernte, gefiel er ihr vom ersten Moment an. Aber sie pflegten nur einen freundlichen Umgang miteinander. Er lud das Ehepaar auf seine Yacht ein, sorgte aber immer dafür, dass er nicht mit Maria alleine war. Es war die Zeit, als sich das nicht geschickt hatte, als sich Ehepaare nicht scheiden ließen und als die Frau kein eigenes Konto haben durfte.

Onassis wurde ihre große Liebe, lange hat er um sie geworben, bis sie endlich ein Paar werden konnten. Als sie beide sich von ihren jeweiligen Partnern scheiden ließen, wirbelte das viel Staub auf. Und Menighini tat alles, um Maria wehzutun.

Doch lange währte ihr Glück nicht, sie verließ Onassis und kam in der Folge einfach nicht mehr zur Ruhe - weder privat noch was ihr Künstlerleben betraf. So lange, bis Onassis wieder begann, um sie zu werben.

Einen kleinen Minuspunkt hat das Buch, obwohl man sich schnell dran gewöhnt. Die Geschichte spielt auf mehreren Zeitebenen. Einmal ihre Erinnerungen an ihre frühen Jahre, dann die Zeit, als sie Onassis kennenlernte und sie zusammenfanden und ein Sprung in die Zeit nach ihrer Trennung. Hat man aber diese Ebenen erst mal verinnerlicht, klappt die Einordnung beim Lesen doch sehr gut.